Die 10 Todsünden von Existenzgründern - Teil 1
Dieser Beitrag wurde am 19 Januar 2007 unter Existenzgründung geschrieben.
Heute präsentiert uns Ingo Gottwald die ersten fünf Todsünden von Existenzgründern.
Was man tun, woran man denken, worauf man achten und vor allem was man lassen sollte..!
Im Folgenden werden aus der langjährigen Erfahrung von Ingo Gottwald als Bankkaufmann und Unternehmensberater, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, gravierende Fehler bzw. Fehlannahmen oder auch Irrtümer aufgezeigt, die Existenzgründern Probleme bereiten und im schlimmsten Fall sogar zum Insolvenzgericht führen:
- Umsatzdenken:
Nicht nur hohe Umsätze allein sind entscheidend, sondern immer das was “unterm Strich” übrigbleibt. Es sollte mindestens doppelt soviel übrig bleiben, wie vorher als Nettogehalt gezahlt wurde. - Statusdenken:
Der Anspruch „..ich bin Unternehmer, also brauche ich einen (großen) Firmenwagen und und und….“ ist leider zu weit verbreitet. Bescheidenheit ist eine Zier, man sollte nicht über Geld verfügen, was man noch gar nicht verdient hat. Dieses Anspruchdenken kommt im Übrigen auch bei den Banken nicht gut an. - Schulden machen:
Es ist leider so, wer kein Geld hat und keinen privaten Geldgeber findet, der sollte nicht Unternehmer werden. Eine Gründung ohne Eigenkapital ist das größte mögliche Risiko, was man eingehen kann. Statistisch und aus eigener Erfahrung an eigenen Kunden ist es erwiesen, dass es zwar ganz ohne Schulden selten geht, aber man sollte nicht übertreiben. Gerade am Anfang können auch Investitionen mit weniger finanzieller Sofortbelastung sinnvoll sein (z.B. Leasing statt Kauf, Gebraucht statt Neu). Ein gesundes, weil langsames Wachstum hat noch niemandem geschadet. - Privatentnahmen:
Privater Reichtum zu Lasten der Unternehmung führt schnell in die Krise. Ich nenne das plakativ immer „Gier frisst Hirn“. Es ist belegt, dass Unternehmen dann am längsten erfolgreich sind, wenn der Chef sein Wohl immer dem des Unternehmen und den Mitarbeitern unterordnet. - Zu viele Mitarbeiter:
Viele Mitarbeiter bedeuten nicht automatisch Erfolg, sondern erstmal jede Menge Fixkosten und Verpflichtungen (Krankenkassen, Lohnsteuer, Altersvorsorge…). Akquirieren Sie erstmal so viele Aufträge, dass die Kapazitätsgrenzen sichtbar werden, dann suchen Sie Aushilfen und erst bei Fortsetzung des gestiegenen Auftragsvolumens beschäftigen Sie neue Mitarbeiter. Mit ein wenig Mühe findet man zu jedem Zeitpunkt die nötigen Arbeitskräfte. Außerdem ist einstellen einfacher, als entlassen.
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1 Kommentar zum Beitrag “Die 10 Todsünden von Existenzgründern - Teil 1”

Der Status war früher noch ehrlich!
Zu meiner Zeit, hieß es noch: “Guck mal der fährt ein großes Auto, da muß er wohl viel gearbeitet haben, um sich das leisten zu können.” Heute heisst es: “Wenn der kein großes Auto hat, dann hat er wohl nix drauf.”
Ergo: heute wird Status nicht erworben, sondern erkauft.