Die 10 Todsünden von Existenzgründern - Teil 2
Dieser Beitrag wurde am 22 Januar 2007 unter Existenzgründung geschrieben.
Und heute geht es gleich weiter mit den nächsten “Todsünden für Existenzgründer” von Ingo Gottwald. Dabei geht es um Vertrauen, Abhängigkeiten & Verluste.
- Kein marktfähiges Produkt
Viele Unternehmer haben tolle Ideen, aber machen sich zu wenig Gedanken, ob das Produkt überhaupt Nachfrage findet. Überrascht stellt man dann fest, es gibt schon ein ähnliches Produkt; oder man hält zu lange an der Idee fest, ohne auf die Reaktion des Marktes zu achten. Oft ist es auch so, dass man mit seiner Idee zu gut ist und das Produkt nicht gekauft wird, weil man zu viele (Zusatz-)Leistungen anbietet, die dann den Preis zu hoch treiben; man schießt sozusagen über das Ziel hinaus.
Oder man ist der Zeit und/oder der allgemeinen Entwicklung zu weit voraus (z.B. gab es schon Anfang der 90er Jahre das jetzt aktuelle HD-TV) - dann kauft auch keiner das Produkt. Kleine Unternehmen können diese Umsatzausfälle selten in einem überschaubaren Zeitraum kompensieren und gehen daran kaputt. Also betreiben Sie intensive Marktforschung. - Glaube an Anfangsverluste
Oft ist es in den ersten Monaten so, dass es nicht ohne Verluste geht bzw. die Deckung aller Kosten nicht erreicht wird. Aber es darf kein (jahrelanger) Dauerzustand werden. Egal was man Ihnen versucht klar zu machen, Verluste sind nie gut! - Schlechtes Debitorenmanagement
Dies geht in der Regel immer mit einem ebenso unzureichenden Kreditorenmanagement einher. Die Aufträge werden mangelhaft abgewickelt, es gibt keine Auftrags-(vor/nach)kalkulation, man liefert weiter, obwohl der Auftraggeber schon hohe Zahlungsrückstände bei einem hat etc.. Dies alles geht zu Lasten der Liquidität des Unternehmens und kostet Ihr Geld und bringt Sie in Schwierigkeiten, von denen Sie nie geglaubt haben, dass Ihnen diese passieren könnten. - Zu viele Abhängigkeiten
Ob Auftraggeber, Lieferanten, Mitarbeiter, Partner, Banken oder Gesellschafter, wenn Ihr Schicksal von einer Person abhängt, können Sie keine guten (weil ungezwungenen) Entscheidungen treffen. Sorgen Sie vor, entwickeln Sie rechtzeitig Alternativen. - Zu viel Vertrauen
Sie sind sehr schnell verlassen, wenn Sie sich zu sehr auf andere,- auf Versprechungen,- auf Hilfestellungen,- oder auf Kooperationen verlassen. Sie sind der Unternehmer und sollten selbst und ständig agieren. Vor allem am Anfang gilt, sich nur auf das zu verlassen, was Sie schriftlich haben. Dies gilt vor allem für Aufträge und im Rahmen jeder Form von Preiskalkulation, also auch im Einkauf. Das Wort eines Kaufmanns gilt (leider) in den meisten Fällen nichts mehr.
Als Fazit bleibt festzuhalten: Ein Großteil der beschriebenen Fehler kommt dadurch zustande, dass das Unternehmenskonzept, die Idee, das Produkt, die Leistung nicht genug, zu spät oder gar nicht geplant, durchdacht u./o. geprüft wurde. Es gilt in diesen schwierigen Zeiten mehr denn je, noch immer das Prinzip der Sesamstrasse: “…wer nicht fragt, bleibt dumm…”. Scheuen Sie sich nicht, Fachleute (Infos bei IHK, HWK, Banken, RKW) um Rat zu fragen. Warten Sie nicht erst auf die negative und vor allem meist teure Erfahrung - der Preis ist zu hoch. Sie investieren Ihr Geld, Ihre Gesundheit und letztlich auch Ihre Familie. Betreiben Sie lieber etwas mehr Vorbereitung, etwas mehr Prophylaxe wie z.B. beim Zahnarzt oder bei der Auto-Inspektion.
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